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GEG (ENEV) / Wärme

Energetische Bilanz von Naturstammblockhäusern

Energieeffizienz & Energiepass

von Dipl. Ing. (FH) Enrico Liebmann

Viele an einem Naturstammblockhaus Interessierte fragen sich früher oder später, wie es bei dieser Bauweise mit der Energieeffizienz aussieht. Ob ein Blockhaus genauso sparsam und behaglich sein kann, wie ein modernes, konventionell gebautes Haus? Ob ein Naturstammblockhaus auch tatsächlich ökologisch ist? Dazu erst einmal vorweg: In Deutschland wird bzw. wurden die energetischen Eigenschaften und Anforderungen von Wohngebäuden durch die Energieeinsparverordnung, kurz ENEV und die Forderung der Verwendung regenerativer Energien bei Wohngebäuden durch das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz, kurz EEWärmeG geregelt. Die ENEV in ihrer letzten Fassung von 2014 und das EEWärmeG von 2011 wurden 2020 durch das neue und praktisch beide Verordnungen zusammenfassende Gebäude-Energien-Gesetz, kurz GEG abgelöst.

Bei der Anwendung dieser Gesetze werden mittels komplexer Berechnungsverfahren im Zuge der Planung von Gebäuden die energetischen Verluste über die Gebäudehüllfläche und die energetische Effizienz der technischen Anlagen ermittelt und letztendlich der Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes und der zu erreichende energetische Standard im Vergleich zu einem Referenzgebäude ähnlicher Bauart prognostiziert. Mittels des so genannten Energieverbrauchsausweises oder Energiepasses wird der prognostizierte Energieverbrauch bzw. erreichbare Standard grafisch aufbereitet und für den Laien verständlich, in zusammengefasster Form dokumentiert.

Insofern das Geplante beim Bau des Gebäudes auch tatsächlich umgesetzt wurde, kann man später die Einhaltung der energetischen Verbrauchsdaten diese Werte prüfen und vergleichen. Hier muss allerdings auch gesagt werden, dass die komplexen Berechnungen auf der Grundlage theoretischer Rechenmodelle erfolgen und der spätere Verbrauch in Abhängigkeit des Nutzerverhaltens und lokaler klimatischen Bedingungen mehr oder weniger stark von den prognostizierten Werten differieren kann.

Maßgeblich unterscheiden sich Naturstammblockhäuser von konventionellen Häusern durch den Einsatz von Massivholz in Stammform als Wandbaustoff, insbesondere der Außenwände. Die übrigen Bauteile der Gebäudehülle also Dach, Bodenplatte/ Fundamente und Fenster können und werden wie bei konventionell gebauten Gebäuden in weitgehend ähnlicher Bauart ausgeführt, sprich die Bodenplatte/ Fundamente in Beton, das Dach mit verschiedensten Deckungsmaterialien von Ziegel über Metall bis Reet, der Dachstuhl und Sparren in Holz sowie die Fenster in Holz, Holz-Alu-Verbund oder Kunststoff.

Diese Gebäudeteile können damit hinsichtlich Art, Qualität und Stärke der erforderlichen Dämmmaterialien und in Abhängigkeit der wirtschaftlichen Möglichkeiten, variabel gestaltet werden und somit immer die Anforderungen der ENEV/GEG erfüllen. Unser Wandbaustoff, mehr noch unser Wandaufbau hingegen ist durch seine spezielle und natürlich Art in seinen Dämmeigenschaften begrenzt. Der durch das natürliche Wachstum der Bäume resultierende Stammdurchmesser legt zum Zeitpunkt des Fällens die Wandstärke eines Naturstammblockhauses fest. Ohne die charakteristische Ästhetik zur beeinträchtigen, ist mit der Wandstärke auch die Dämmeigenschaft der Außenwände reglementiert und nicht weiter veränderbar.

Dieser Umstand schmälert die Behaglichkeit und natürliche Wohnatmosphäre eines Naturstammblockhauses aber keinesfalls, was durch den bereits über Jahrhunderte praktizierten Einsatz von Blockhäusern unter widrigsten winterlichen Bedingungen in Sibirien oder Kanada belegt ist. Wenn Naturstammblockhäuser handwerklich sauber sowie sorgfältig hergestellt und errichtet werden, wohnt es sich darin weder zugig noch verbraucht man mehr Heizenergie als in konventionell errichteten Wohnhäusern.

Selbst Niedrigenergie- oder KFW-Standard sind möglich. Um diese Standards zu erreichen, muss lediglich durch die geeignete Auswahl von Dämmstoffen und Dämmstärken für Dach, Bodenplatte und Außenwandbereiche, die nicht als Blockwände ausgeführt werden, eine Kompensation der dämmtechnisch reglementierten Naturstammblockwände erfolgen. Konkret heißt das, die Dämmung der übrigen Gebäudehüllflächen muss qualitativ und/oder quantitativ besser als es konventionell für das einzelne Bauteil erforderlich wäre, ausgeführt werden. Weiterhin besteht, durch die Auswahl der geeigneten Berechnungsverfahren, die Möglichkeit eine genauere energetische Betrachtung des Gebäudes durchzuführen. Hier werden konstruktionsbedingte Wärmebrücken wie z.B.: die Sockelausbildung, Gebäudeecken, die Einbindung von Geschoßdecken, Fensteranschlüsse usw. detailliert analysiert.

Die genaueren Ergebnisse aus diesen Analysen fließen dann an der Stelle in die Berechnung ein, wo vorher lediglich mit  Näherungspauschalen gearbeitet wurde und beeinflussen das Gesamtresultat positiv. Durch die Wahl vornehmlich regenerativ betriebener  Heiztechnik, wie Wärmepumpe, solarthermischer Brauchwasseraufbereitung und/oder Heizungsunterstützung, Nah- oder Fernwärmeversorgung, KWK-Anlagen oder rein regenerativ bestückter Heizungsanlagen ist ein Effizienzstandard KFW 55 möglich. Es muss allerdings gesagt werden, dass Passivhausstandards oder die sehr niedrigen KFW-Standards KFW 40 oder 40+ mit einem Naturstammblockhaus nicht bzw. nur mit einem wirtschaftlich unvertretbar hohem Aufwand zu erzielen sind. Schon ab KFW 55 sollte man unbedingt eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, weil der Investitionsaufwand zum Erreichen dieses Standards meist größer als der erzielbare Fördermitteleffekt ist. 

Zum Abschluss noch einige Ausführungen zur tatsächlichen Nachhaltigkeit eines Naturstammblockhauses. Bei den vorgenannten Berechnungsverfahren zur Energieeffizienz von Gebäuden bleibt ein wichtiger Aspekt gänzlich unberücksichtigt, der wie übrigens für nahezu alle Holzhäuser ein ganz wichtiges Argument für diese Bauweise ist. Die Art und Weise der Herstellung und der damit verbundene Energieaufwand sowie CO2-Ausstoß sind, insbesondere für Naturstammblockhäuser ein großer ökologischer Vorteil. Es gibt bei dieser Bauweise und dem verwendeten Material kaum eine Alternative, die bereits in der Herstellung weniger Energie benötigt, kaum CO2 freisetzt und gleichzeitig im Baustoff große Mengen CO2 bindet.

Die verwendeten Holzstämme wachsen über mehr als hundert Jahre und absorbieren über diesen Zeitraum das CO2 ihrer Umwelt. Aus nachhaltiger Forstwirtschaft und weitgehend regional geschlagen, werden die Stämme nahezu ausschließlich in Handarbeit zu einem Naturstammblockhaus verarbeitet und am Standort des Hauses montiert. Leider wird der Aspekt der Nachhaltigkeit von Holzhäusern bei Material, Herstellung und Montage in der derzeitigen energetischen Betrachtung völlig vernachlässigt und in Förderprogrammen wenig bis gar nicht honoriert.

Die Tatsache der nachvollziehbaren Nachhaltigkeit, der unvergleichlichen Ästhetik und der fast schon fühlbaren Bauweise, ein Haus für ein ganzes Leben zu bauen, sollte jedem Mut machen den Bau eines Blockhauses für sich in Erwägung zu ziehen.

Blower Door Test

Wir bitten um Entschuldigung das hier noch keine Inhalte stehen. Die Informationen zum Thema folgen in Kürze.

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